Datenstrukturerkennung

Die verschiedenen Datenstrukturen, die benutzt werden können, sollten zuverlässig erkannt werden können.

Dazu ist es zunächst erforderlich zwischen der Datenträgerebene und der Datenebene zu unterscheiden. In Anlehnung an das OSI Modell kann man auch bei den Codes den Codetyp mit seinen Eigenschaften als physikalischen Ebene ansehen und die mit dem Code transportierten Inhalte als Datenebene.

Durch die Vorgaben der ISO/IEC 15424 besteht die M√∂glichkeit einer Anwendung die Information √ľber die gelesene Codeart zukommen zu lassen. Damit liegt eine Identifikationsm√∂glichkeit √ľber die benutzte physikalische Ebene vor. Die Kennzeichnung welche Daten tranportiert werden und welche Struktur diese haben ist durch die Vorgaben der ISO/IEC 15434 erkennbar. Auch hier liegen wieder mehere Ebenen vor. Die ISO/IEC 15434 zeigt an welche Art von Datenstruktur (bzw. Syntax) benutzt wird. Die Struktur wiederum besteht aus Datenbezeichern und den dazugeh√∂rigen Datenfeldern. Die Datenbezeichner geben an welche Bedeutung ein Datenfeld hat (typ. sind z.B. Artikelnummer, Charge, Verfalldatum usw.)

F√ľr viele Anwendungen mit 2D Matrixcode wird das Format 06 benutzt (gem√§√ü ISO/IEC 15434) . Das Format 06 wird der Zeichenfolge [)><RS>06<GS> am Anfang des Codes und am Ende wird <RS> und <EOT> kenntlich gemacht. Dazwischen liegen dann die Nutzdaten, die den Vorgaben der ISO/IEC 15418 (ANSI MH10.8.2) folgen m√ľssen. Die Zeichen <GS>, <RS> und <EOT> stehen f√ľr die entsprechenden ASCII Steuerzeichen. Die Beispiele 1,2 und 3 der Seite "Weltweit eindeutige Kennzeichnungen"¬† werden normalerweise mit dem Format 06 gekennzeichnet. Zus√§tzlich zur Erkennungsfunktion ist auch eindeutig das Ende und der Beginn der Nutzdaten erkennbar.

F√ľr das Beispiel 4 der Seite Weltweit eindeutige Kennzeichnungen w√§re theoretisch das Format 05 als Erkennungsmerkmal vorgesehen. Es unterscheidet sich von dem Format 06 nur dadurch, dass 05 anstelle von 06 eingef√ľgt wird. Die Nutzdaten in der Application Identifier Syntax sind formal aber etwas anders aufgebaut als die Daten in der Data Identifier Syntax. Im Vergleich der Beispiele 1-3 zu 4 ist das zu¬† sehen.

In der Praxis wird das Format 05 nicht benutzt. Anstelle dessen verwendet man zur Erkennung das Barcodezeichen FNC1 (existiert nicht als ASCII Zeichen). Das FNC1 Zeichen hat zur Folge, dass nach ISO/IEC 15424 sich die Codeart (= physikalische Ebene) scheinbar √§ndert (tats√§chlich nat√ľrlich nicht) (Der Modifier des Symbologie Identifier √§ndert sich). √úber diese Erkennung wird dann gepr√ľft, ob die Datenstruktur gem√§√ü Beispiel 4 zu erwarten ist. Das ist historisch entstanden und hat bei der Barcodeanwendung den Vorteil die Datenstruktur mit einem Zeichen erkennen zu k√∂nnen, w√§hrend Format 05 und 06¬† acht zu√§tzliche Zeichen erfordern. Die 8 zus√§tzlichen Zeichen sind f√ľr 2D Matrixcodes v√∂llig unkritisch aber f√ľr Barcodes ein so gro√üer zus√§tzlicher Platzbedarf, dass es in der Praxis nicht nutzbar ist.

Der DataMatrix Code hat als Besonderheit, dass¬† f√ľr das Format 06, Format 05 jeweils ein eigenes Codewort reserviert (Macro 05 und 06) wurde. F√ľr den Scanner sind die Macro Codew√∂rter die Anweisung das entsprechende Format den dekodierten Daten voranzustellen und hinten anzuh√§ngen. Anstelle von 8 Zeichen wird mit dem Macro nur noch ein Codewort ben√∂tigt. Der Aztec Code und der QR-Code haben solche Macro Codew√∂rter leider nicht.