Dot Code

Der Dot Code ist ebenfalls ein Matrixcode dessen Geormetrie mit diversen Freiheitsgraden von quadratische bis rechtecktig festgelegt werden kann. Bisher ist dieser Code in einer AIM Spezifiktion definiert. Auf der ISO Ebene gibt es bisher (2019) keinen Antrag diesen  Code auch in eine ISO Norm zu überführen.

An Bedeutung hat dieser Code durch die Tabakverordnung der europäischen Union gewonnen (2018/574). Diese Verordnung verlangt eine Rückverfolgbarkeit von allen Tabakprodukten in der europäischen Union mit Hilfe eines maschinenlesbaren Codes. Auf der Verkaufsverpackung wird dazu der Dot Code, Data Matrix und QR-Code zugelassen. Auf der Versand- bzw. aggregrierten Ebenen ist der Code 129 Strichcode, Data Matrix oder QR-Code.

Im  Gegensatz zu den etablierten Matrix Codes wie Data Matrix, QR-Code und Aztec Code ist der Dot Code als Punktcode spezifiziert. Die jeweils einzelne Matrixzelle beinhaltet einen alleinstehenden Punkten der die benachbarten Punkte nicht berührt. Bei den anderen Matrixcodes ist jede Matrixzelle vollständig mit einem quadratischen Feld ausgefüllt dass immer vollständig mit den benachbarten Feldern verbunden ist.

Die Punktstruktur des Dot Codes hat bei bestimmten Kennzeichnungsverfahren große Vorteile. Dies betrifft im Tintenstrahldruckerbereich den CIJ (Continuous Inkjet) Druckertyp. Dieser Druckertype arbeitet mit einer Düse die einen kontinuirlichen Strom einzelner Tintentropfen ausstößt. Jeder Tropfen bildet auf dem Bedruckstoff einen runden Punkt in der Größenordnung von etwa  0,1mm (schwankend nach Bedruckstoff und Tintenmenge). Gerade Kanten kann dieser Druckertyp praktich nicht erzeugen. Wenn mit dem Laserablationsverfahren gearbeitet wird, dann kann der Laser aus Prozesszeitgründen oft auch nur einen Punkt pro Matrixzelle schreiben. Wenn Codes mit Nadelprägern (Dot Peen) erstellt werden enstehen auch einzelne runde Punkte.

Der Zeichensatz des DotCodes ist sehr stark an den Zeichensatz des Code 128 angelehnt. Warum nicht die effizientere Zeichensatzmethode des Data Matrix Codes verwendet wurde bleibt das Geheimnis der Erfinder des Codes. In Bezug auf die Ausgabeorganisation GS1 arbeitet der Dot Code anders als Code 128, Data Matrix und QR-Code. Bei den genannten Codes wird das Codezeichen FNC1 als erstes Kodiert um anzuzeigen dass der Code Daten im Format der Ausgabeorganisation GS1 enthält. Bei dem Dot Code zeigt das Fehlen dieses FNC1 Zeichens an der ersten Stelle an dass die Daten dem Format der GS1 folgen. Wenn ein FNC1 kodiert wurde handelt es sich um Daten die z.B. Data Identifier gemäß ANSI MH10.8.2 zur Strukturierung nutzen.

Der Dotcode hat die folgenden Eigenschaften:

- Basiszeichensatz 7 bit ( ASCII Werte 0 bis 127) gemäß ISO/IEC 646

- Erweiterterte Zeichensatz ISO 8859-1 Latin Alphabet No.1

- Des weiteren wird ECI (enhanced channel interpretation) unterstützt

- eine reine binäre Kodierung ist möglich

- Es wird ein Hellfeld von 3 Modulen an jeder Codeseite verlangt.

- Es gibt keine maximale Codegröße wie bei den anderen Matrixcodes. Die Begrenzung ergibt sich aus den technischen limitierungen der Scanner und Drucker.

- Fehlerkorrektur Reed Solomon -

- Der Code darf Dunkel auf Hell und umgekehrt gedruckt werden. Gespiegelte Varianten werden nicht erwähnt und sind daher nicht erlaubt

Im folgenden sind einige Codebeispiele zu finden:

DotCode mit Inhalt ABCabc

Wenn nur die Ziffer 1 kodiert wird sieht der Code so aus:

Wenn mit Hilfe der Ausgabeorganisation GS1 eine GTIN kodiert wird sieht der Code so aus:

Das Höhen/Breitenverhältnis kann wie oben ausgeführt verändert werden.

Wenn nach der EU Verordnung 2018/574 eine Kennzeichnung eines Tabakproduktes mit Hilfe der Issuing Agency Eurodata Council und dem ID Issuer Bundesdruckerei erfolgt kann der Code wie folgt aussehen:

Derselbe Codeinhalt aber mit veränderten Höhen/Breitenverhältnis:

Der Dateninhalt beider Beispiele wurde der Spezifikation der Bundesdruckerei entnommen.