Weltweit eindeutige Kennzeichnungen

Um Firmen und Systemübergreifende Kennzeichnungen zu benutzen ist es erforderlich Objekte und Transporteinheinten mit einer weltweit unikaten Nummer zu kennzeichnen. Dafür gibt es innerhalb der ISO Normenhierarchie bestimmte Datenbezeichner die einem Vergabeschema nach ISO folgen.

Das Schema folgt der ISO Hierarchie und beginnt bei den Ausgabeorganisationen. Diese werden nach ISO/IEC 15459-2 registriert. Jede Ausgabeorganisation erhält damit einen einzigartigen Kenner (UN für Dun&Bradstreet oder LE für EDIFICE als Beispiel).

Die Ausgabeorganisationen arbeiten für eine bestimmte Branchen wie z.B. Odette (OD)  für die Automobilindustrie. Die Kunden der Ausgabeorganisation erhalten einen eindeutigen Code zur Firmenidentifikation.

Ausgabeorganisation = Issuing Agency (IA)

Kenner der Ausgabeorganisation = Isssuing Agency Code (IAC)

Eindeutige Firmenidentifikation = Company Identification Number (CIN)

Wenn diese Codes als Präfix benutzt werden sind die dahinterstehenden Daten weltweit eindeutig. Bei den Daten handelt es sich z.B. um Artikelnummern, Seriennummern oder Paketnummer (Paketverfolgung - Track&Trace)

Beispiel 1:

Datenbezeichner: 25P (für Artikelnummer)
IAC: EDIFICE: Code LE
CIN : FIRMAXYZ
Artikel A123B456

Codeinhalt: 25PLEFIRMAXYZA123B456
Das Datenfeld bestehend aus der IAC, der CIN und dem Artikel darf 20-stellig alphanumerisch lang sein. Einige Anwendungen erlauben bis zu 35 alphanumerische Stellen. Die Länge ist variabel.

Der Data Matrix Code zeigt ein Beispiel mit dem Format 06 (eingebaut durch das Macro 06) und dem oben gezeigten Inhalt. Das Macro 06 muss nach Norm vom Scanner in den Format 06 Präfix und Suffix aufgelöst werden und zur Anwendung übertragen werden.

Beispiel 2:

Datenbezeichner 01 (für Artikelnummer)
IAC: GS1: Code 400 (GS1 Deutschland)
CIN: 1234
Artikel: 90123
Prüfziffer: 7

Codeinhalt: 0104001234901237

Das Datenfeld bestehend aus der IAC, der CIN und dem Artikel darf 14 numerische Stellen umfassen. Die Länge des Datendeldes ist auf die genannten 14 numerischen Stellen fixiert.

Der Data Matrix Code zeigt ein Beispiel mit Format 05. Format 05 wird in diesem Fall durch das Barcodezeichen FNC1 angezeigt (anstelle von Macro 05 bzw. dem Format 05 Präfix und Suffix). Die Folge ist, dass der Scanner die ISO/IEC 15424 Symbologiekennung ]d2 mitliefern muss (Scannerkonfiguration, Symbologiekenner nach ISO einschalten). Wenn das FNC1 Zeichen nicht da ist, wird ]d1 ausgewiesen. Nur mit Hilfe dieser Symbologiekennung kann die Anwendung erkennen, dass das Format 05 kodiert wurde. In der Praxis wird diese Datenstruktur in Kombination mit dem Data Matrix Code als GS1 DataMatrix bezeichnet. In  der Data Matrix Symbologienorm ISO/IEC 16022 existiert der Begriff "GS1 DataMatrix" nicht. Dort wird lediglich erwähnt dass die Datenstruktur durch GS1 kontrolliert wird, wenn das FNC1 Zeichen an der ersten Stelle steht und dass der Symbologiemodifikator m in diesem Fall den Wert 2 erhält. GS1 DataMatrix ist daher eine praktische, umgangssprachliche Bezeichnung der Anwendergruppe, die den Code in dieser Form benutzt.
 

Mit dem Datenbezeichner 25S kann man nach dem gleichen Schema wie bei der Artikelnummer eine weltweit unikate Seriennummer erzeugen. Der Ersteller der Seriennummer muss dabei darauf achten, dass jede Seriennummer über das gesamte Produktspektrum im Rahmen eines CIN Codes nur einmal vorkommt. Wenn das nicht gewünscht wird dann benutzt man eine eindeutige Artikelnummer wie in Beispiel  1 und 2 gezeigt und ergänzt diese mit einer Seriennummer die nur im Kontext der Artikelnummer eindeutig ist. (Beispiel 3 und 4)

Beispiel 3:
Datenbezeichner: 25P (für Artikelnummer)
IAC: EDIFICE: Code LE
CIN : FIRMAXYZ
Artikel A123B456
Datenbezeichner S (für Seriennummer)
Serienummer: 46Ab2396

Die Serienummer wird üblicherweise nicht mehr als 20 alphanumerische Zeichen umfassen. Es können aber im Extremfall bis zu 35 Zeichen kodiert werden.
 

Codeinhalt: 25PLEFIRMAXYZA123B456<GS>S46Ab2396

Beispiel 4:
Datenbezeichner 01 (für Artikelnummer)
IAC: GS1: Code 400 (GS1 Deutschland)
CIN: 1234
Artikel: 90123
Prüfziffer: 7

Datenbezeichner 21 (für Seriennummer)
Serienummer: 46Ab2396

Codeinhalt: 01040012349012372146Ab2396

Die Serienummer darf max. 20 alphanumerische Zeichen umfassen.

Die numerischen Datenbezeichner werden "Application Identifier" (AI) genannt. Die Application Identifier werden exklusiv von der Ausgabeorganisation GS1 benutzt.

Die alphanumerischen Datenbezeichner werden "Data Identifier" (DI) genannt und werden von allen anderen Ausgabeorganisationen benutzt.

Bei Nutzung von mehreren DI's nacheinander muss jedes Feld mit dem Sonderzeichen "Group Separator" (GS, ASCII Wert 29) getrennt werden (ohne Ausnahme).

Bei Nutzung von mehreren AI's nacheinander muss nach den Feldern mit variabler Länge das Sonderzeichen FNC1 (Codewort im Bar- oder 2D Code) als Trenner eingesetzt werden. Bei einigen Feldern mit fester Länge entfällt diese Notwendigkeit (nicht bei allen). Ein Scanner der das FNC1 Zeichen  als Trennzeichen liest muss es in ein ASCII 29 Zeichen (GS) übersetzen.

Ob AI's oder DI's benutzt werden läßt sich über den Formatkenner nach ISO/IEC 15434 eindeutig kenntlich machen. AI's werden über das Format 05 erkannt. DI's über das Format 06. Als Sonderfall wird bei den AI's aber meistens das FNC1 Zeichen als erste Stelle im Code kodiert um diese Aufgabe zu erfüllen anstelle das Format 05 zu benutzen.

Das FNC1 Zeichen an der ersten Stelle führt dazu, dass der Modifier der Codearterkennung (ISO/IEC 15424) sich verändert. Anstelle von z.B. "]d1" wird  "]d2" vom Scanner als Präfix erzeugt und das FNC1 Zeichen wird in den Daten gelöscht. Diese Erkennung vermischt die neutrale Betrachtung eines Codes als Datenträger mit der Erkennung der kodierten Datenstruktur und ist daher als Ausnahmebehandlung zu berücksichtigen (zusätzlich auch wegen der unterschiedlichen Handhabung des FNC1 Zeichens in Abhängigkeit von der Position).